Interdisziplinäre Forschung. Von Projektplanung bis Evaluation

823.012 Uni Klagenfurt, IFF, Lehrprogramm, Masterstudium Sozial- und Humanökologie 070.412 Uni Wien, Geschichte, 190.218 Uni Wien, Bildungswissenschaft (2 SeWo Std.).

 
 

LV-LeiterInnen:
Dipl.-Ing. Willi Haas
Mag. Barbara Smetschka

Ort:
Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF), 1070 Wien, Schottenfeldgasse 29; siehe Aushang im Lift.

Termine:
Do, 12.03.2009, 09:00 - 11:00 Uhr
Do, 02.04.2009, 09:00 - 13:00 Uhr
Do, 23.04.2009, 09:00 - 13:00 Uhr
Do, 07.05.2009, 09:00 - 13:00 Uhr
Do, 28.05.2009, 09:00 - 13:00 Uhr
Do, 04.06.2009, 09:00 - 13:00 Uhr
Do, 18.06.2009, 09:00 - 13:00 Uhr

Persönliche Anmeldung bei:
barbara.smetschka@uni-klu.ac.at

Inhalt / Methodik / Didaktik:
Befriedigende interdisziplinäre Forschung zu bewerkstelligen ist beides gleichzeitig: nicht trivial und spannend. Die Spezialisierung der Wissenschaft in Disziplinen hat zu einem systematischen "Ausblenden" des jeweils anderen geführt. Theoretische Modelle, methodische Werkzeuge und die dabei entwickelte Sprache trennen wissenschaftliche Disziplinen. Problemorientierte Forschung zur Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Themen braucht interdisziplinäre Forschung, als Ort, an dem über die Grenzen der Disziplinen hinweg gemeinsam an Lösungen gearbeitet wird.

Die Qualität von interdisziplinärer Kommunikation ist dabei entscheidend. Erst durch die Reflexion von Differenzen zwischen den Disziplinen z.B. mit dem Konzept "Wissenschaftskulturen" und das Erkennen von Kommunikationsbarrieren können Lösungen zu ihrer Überwindung in Forschungsprojekten erarbeitet werden. In diesem Seminar sollen interdisziplinäre Forschungssituationen erlebbar werden und das Interesse für das theoretische Verstehen der Kommunikationsbarrieren und dem produktiven Umgang mit ihnen geweckt werden.

Methodisch bedienen wir uns des Action Learning: d.h. der zyklisch wiederkehrenden Schritte: Planen, Tun und Reflektieren. Angewandt wird das an die verschiedensten Phasen der projektförmig organisierten Forschung in Form eines Mini-Projektes: Entwicklung eines Forschungsdesigns, Arbeiten im Team, interdisziplinäre Forschung, Präsentation, Abschluss bzw. Evaluation. Mit theoretischen Einschüben zu relevanten Themen werden die dabei gemachten Erfahrungen ergänzt und vertieft. Die Lehrveranstaltung wird durch eine Website begleitet. Die gemeinsame Arbeit in räumlich getrennten Projektteams kann in einem "common workspace" geübt werden.

AdressatInnen:
Studierende aus Sozial-, Kultur- und Naturwissenschaften, BOKU, TU, WU; 2. und 3. Studienabschnitt.

Anrechenbarkeit:
Geschichte, Magisterstudium Sozial- und Humanökologie, Ökologie, Anthropologie, Soziologie oder aufgrund persönlicher Vereinbarung mit der jeweiligen Studienkommission. Details zur Anrechenbarkeit finden sich im PDF zum Download (26 kb).

Voraussetzung für den Zeugniserwerb:
aktive Mitarbeit, schriftliche Ausarbeitung und mündliche Präsentation der geforderten Produkte.

Literatur:

Becher, Tony (1989): Academic Tribes and Territories: Intellectual Enquiry and the Cultures of Disciplines. Buckingham: Open University Press
Arnold, Markus, Fischer, Roland (2004): Disziplinierungen. Kulturen der Wissenschaften im Vergleich. Wien: Turia+Kant
Gibbons, Michael, Limoges, Camille, and Nowotny, Helga (1994): The New Production of Knowledge. The Dynamics of Science and Research in Contemporary Societies. London: Sage
Klein, Julie T. (1996): Crossing Boundaries: Knowledge, Disciplinarities & Interdisciplinarities. Virginia: University Press
Loibl, Marie C., (2005): Spannungen in Forschungsteams. Hintergründe und Methoden zum konstruktiven Abbau von Konflikten in inter- und transdisziplinären Projekten. Heidelberg: Carl-Auer Verlag
Winiwarter, Verena and Wilfing, Harald (2002): Historische Humanökologie: interdisziplinäre Zugänge zu Menschen und ihrer Umwelt. Wien: Facultas
Weingart, Peter (1997): Interdisziplinarität: der paradoxe Diskurs. In: Benseler, Frank (Ed.): Ethik und Sozialwissenschaften: Streitforum für Erwägungskultur. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, pp. 521-528
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