
Dr. Gert Dressel, Dr. Silvia Hellmer, Dr. Herbert Posch
2 Std. - 230.171 Uni Wien, 823.001 Uni Klagenfurt, IFF, Lehrprogramm, Masterstudium Sozial- und Humanökologie
Termine: Mo. 17. 10. 2011, 09:00 - 13:00
Ort: Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien.
Info und Anmeldung: bis 10. Oktober 2011 bei: LehreIK@uni-klu.ac.at; inhaltliche Rückfragen bei Dr. Silvia Hellmer: silvia.hellmer@uni-klu.ac.at
Inhalt und Methodik:
Nur selten beziehen Studierende ihr professionelles kultur- und sozialwissenschaftliches Wissen über Kommunikation und Interaktion auf ihre eigene alltägliche oder berufliche Lebenswelt. Auch in universitären und anderen beruflichen Bereichen ist jede Kommunikation stets durch die einzelnen beteiligten Personen wie auch durch organisatorische Kontexte strukturiert; Missverständnisse und Konflikte sind dabei weniger die Ausnahme denn die Regel. Fehlendes Verstehen ist jener Teil der Kommunikation, der oft wirksames Handeln verhindert. Da Arbeitszusammenhänge immer komplexer werden, ist es zunehmend wichtiger, Kommunikationsprozesse bewusst zu gestalten, Spannungsfelder zwischen Kooperation und Konkurrenz zu bearbeiten und anhand eigener Praxiserfahrung Kommunikation zu reflektieren. Vor allem in Situationen, an denen eine Vielzahl von AkteurInnen beteiligt ist – komplexe Projektstrukturen, Netzwerke, länderübergreifende Kooperationen – kommt Kommunikationsfähigkeit eine entscheide Rolle für das Gelingen der eigenen Arbeitsabläufe zu.
In dieser Lehrveranstaltung sollen Kommunikationskulturen in Universitäts- und Arbeitspraxis mit Hilfe sozial- und kulturwissenschaftlicher Theorieangebote reflektiert werden und Ausgangspunkt für praktische Übungen sein, um Kommunikation im Sinne eines Dialogs verstehen und Konfliktsituationen bearbeiten zu können. Im Vordergrund steht, dieses Wissen in der eigenen Arbeitspraxis in Projekten und Berufskontexten anzuwenden.
Die Lehrveranstaltung ist Teil des Lehrprogramms Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensnetzwerke und soziales Lernen. Sie wird im Sommersemester 2012 mit einem Schwerpunkt auf Teams fortgesetzt.
Voraussetzung für den Zeugniserwerb: permanente Teilnahme und Reflexionsprotokoll
AdressatInnen: DiplomandInnen und DissertantInnen, die bereits im Rahmen von projektorientierten Teams (Forschung, Kultur- und Bildungsarbeit usw.) arbeiten bzw. gearbeitet haben.
Anrechenbarkeit: Geschichte, Soziologie, Ökologie, Anthropologie oder aufgrund persönlicher Vereinbarung mit der jeweiligen Studienkommission.
Zertifikat: Wer mindestens 12 Semesterwochenstunden im Rahmen des Lehrprogramms Interdisziplinäre Kommunikation, Wissensnetzwerke und soziales Lernen absolviert, erhält ein Zertifikat.
Literatur:
Bourdieu, Pierre: Homo academicus. Frankfurt/M. 1992
Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns. 2 Bde. (1981), Frankfurt/M. 1995
Isaacs, William: Dialog als Kunst gemeinsam zu denken. Köln 2003
Krais, Beate (Hg.): Wissenschaftskultur und Geschlechterordnung. Über die verborgenen Mechanismen männlicher Dominanz in der akademischen Welt. Frankfurt/M - New York 2000
Lindner, Rolf: Die Angst des Forschers vor dem Feld. Überlegungen zur teilnehmenden Beobachtung als Interaktionsprozeß. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, Jg. 77, 1981, 51-66
Schein, Edgar H.: Prozessberatung für die Organisation der Zukunft. Der Aufbau einer helfenden Beziehung. Köln 2000.
Schulz v. Thun, Friedemann.: Miteinander reden. Störungen und Klärung. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. 2 Bd., Reinbek 1992
Watzlawick Paul/Beavin, Janet H./Jackson, Don D.: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. (1967), Göttingen 200010
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