
Der Arbeitsbereich HOCHSCHULE & ARBEITSWELT an der Abteilung Wissenschaftskommunikation und Hochschule (WIHO) der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) befasst sich mit der Reflexion des Verhältnisses von Wissenschaft und Arbeitswelt, aber auch mit Wissenschaft als Arbeitswelt. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass Lernen und Arbeiten meist an getrennten Orten stattfindet, die eigene Kulturen ausgebildet haben, die oft nur mehr wenig miteinander in Beziehung stehen. Die Folge sind Probleme für den Lernenden, aber auch für die Arbeitswelt und die Gesellschaft.
Diese Beziehung zwischen Lernen und Arbeiten wird heute international unter dem Begriff des „lebenslangen Lernens“ verstärkt thematisiert. Für die betroffenen Akteure bedeutet dies, dass sie zunehmend flexibler sowohl auf Veränderungen ihres eigenen kulturellen Umfelds wie auch auf die Übergänge zwischen unterschiedlichen kulturellen Kontexten achten und reagieren müssen, um diese auch immer wieder in ihrem Handeln mitgestalten zu können. Damit steigen jedoch die Anforderungen an den einzelnen. Für diese wird es notwendig, neben dem Erwerb von Wissen auf verschiedenen Fachgebieten auch ein Wissen um den Verlauf und die Steuerung von Prozessen zu erwerben. Wichtig ist dafür die Reflexion auf kulturelle Bedeutungs- und Sinnzusammenhänge, d.h. auf jenen Prozess der Realitätskonstruktion, der es Menschen ermöglicht, bestimmte Ereignisse, Handlungen, Gegenstände, Äußerungen oder Situationen differenziert zu erkennen und in ihrer Bedeutung zu verstehen.
Prozessorientiertes Lernen ist Gegenstand von Forschung und Lehre.
Eine solche kulturelle Reflexion in Wissenschaft und Arbeitswelt kann Grundlage sein, um Lernen und Arbeiten auf verschiedenen Ebenen wieder einander näher zu bringen und dadurch zu helfen, auf gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur reagieren, sondern auch in diesen agieren zu können. Die Verbindung von Wissenschaft und Arbeitswelt soll darüber hinaus gestärkt werden, indem berufliche Orientierung, konkrete Kontakte zu Organisationen und Einrichtungen, sowie praktische Erfahrungen mit und in interessanten Berufsfeldern angeboten werden. Zusätzliche prozessorientierte Kompetenzen sollen in die universitäre Arbeitspraxis und Wissenschaftskultur integriert, inhaltliches Wissen durch Prozesswissen ergänzt werden, indem Kommunikations-, Team-, Organisations- und soziale Kompetenzen vermittelt werden.
Prozessorientiertes Lernen wird selbst auch Gegenstand von Forschung und Reflexion sein, indem wir Lernprozesse konkret in Arbeitswelt und Organisationskulturen untersuchen.
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